Abentheuer

4. Februar 2018|

Abentheuer liegt in Rheinland-Pfalz, im Landkreis Birkenfeld, am Fuße des Schwarzwälder Hochwaldes. Einzigartig an Abentheuer ist der Name, denn den gibt es wirklich nur ein einziges Mal. Ansonsten ist Abentheuer ein Dorf wie viele andere auch. Der 1350 erstmals erwähnte Ort ist heute eine reine Wohngemeinde. 

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts begann in Abentheuer die Verarbeitung von Eisen, zunächst aus den Gruben in Buhlenberg und Elchweiler, später aus Thalfang und Schwarzenbach. 1763 ging die Abentheuerer Hütte nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Besitz der Unternehmerfamilie Stumm über, die bereits über andere Hütten und Hammerwerke in der Region verfügte. Nach diesem Wechsel stieg die Produktion in Abentheuer deutlich an, seit 1770 stellte man vor allem Gusseisenwaren aus importiertem Roheisen her. 1835 wurde die Abentheuerer Hütte an die Gebrüder Böcking vererbt. Nach 1870 wurde der Betrieb infolge des Übergangs vom Holzkohlen- zum Koks-Hochofenbetrieb und vom Frischfeuer- zum Puddelofenbetrieb mehr und mehr eingeschränkt und 1875 wurde die Fertigung eingestellt. Die Besitzer siedelten zur Halbergerhütte an die Saar. 

Im späten 17. Jahrhundert siedelte sich östlich des Ortes im bewaldeten Tal der Traun die Hujetssägemühle an. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus ihr eine Möbelfabrik mit mehreren Produktionsgebäuden, die in den 1960er-Jahren aufgegeben wurde, und ein heute nicht mehr betriebenes Gasthaus. Im Jahre 1797 beging der als Schinderhannes bekanntgewordene Räuber Johannes Bückler in Abentheuer einen Pferdediebstahl. 

Abentheuer ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus den beiden ehemals getrennten Ortsteilen Leyen und Abentheuer bzw. Abentheuerhütte zusammengewachsen. Leyen, das im Südosten des heutigen Ortes am Traunbach lag, wurde erstmals 1367 erwähnt. Das nördlich davon gelegene Abentheuer lässt sich frühestens 1580 nachweisen. Beide Orte trugen bis zum 18. Jahrhundert noch unterschiedliche Namen. 

Homepage: www.abentheuer.de

Video des Abentheuerer Bürgers Wolfgang Herfurth in Zusammenarbeit mit der IG Abentheuer